Die heutige Hauptorgel an der Westwand der St. Jacobskirche in Antwerpen wurde 1884 von Charles Anneessens (Geraardsbergen) auf einer neuen Empore errichtet. Seine Arbeit weist einen eigenen, größtenteils auf dem französisch-symphonischen Orgeltypus basierenden Stil auf. Manche charakteristischen Merkmale seiner Orgeln sind jedoch möglicherweise auf Einflüsse des Orgelbaus in Großbritannien zurückzuführen, was für ihn einen wichtigen Absatzmarkt darstellte. Das Instrument in Antwerpen war die erste große symphonische Orgel in dieser Stadt. Musikalisch war sie im Originalzustand ein interessantes Instrument mit einem ausgeprägten eigenen Charakter. Pfeifen und Windladen sind von einer guten Qualität, das technische Konzept wies dagegen mehrere Schwächen auf, die möglicherweise den Zerfall des Instrumentes beschleunigt haben. Im Jahr 1956 wurde die Orgel von der belgischen Fa. Stevens durchgreifend umgebaut und 1961 erfolgten weiter Veränderungen. Im Laufe der Zeit und durch die große Trockenheit im Sommer von 2018 wurde die Orgel aufs Neue fast unspielbar. Im Rahmen der gesamten Kirchenrestaurierung ist auch die Restaurierung der beiden Orgeln vorgesehen. Für Windladen und Pfeifenwerk ist eine Rückführung auf den Originalzustand geplant, mit Erweiterung um einige Register im Positiv und Pedal. Die problematische Traktur wird nicht rekonstruiert, sondern nach den besten Vorbildern aus der französisch-symphonischen Tradition neugestaltet. Wie ursprünglich werden auch jetzt wieder 3 Barkermaschinen eingebaut. Die von Anfang an problematische Windversorgung wird durch Reorganisierung der originalen Regulatorbälge saniert. Da ein Teil der Probleme auf eine zu enge Aufstellung zurückzuführen waren, wird der Prospekt jetzt um ca. 50 cm nach vorne verschoben.
Die gesamte Außen- und Innenrestaurierung samt Ausstattung der Kirche wird von Steenmeijer Architekten (Antwerpen) geplant bzw. koordiniert. Das Restraurierungsprojekt der Orgel wurde von dem Orgelsachverständigen Koos van de Linde erstellt und wird von ihm begleitet.
Der Abschluss der Arbeiten ist Ende 2026 vorgesehen.
Grand Orgue
Montre 32'
Montre 16'
Bourdon 16'
Violon Major 16'
Principal 8'
Flûte traversière 8'
Salicional 8'
Violon 8'
Bourdon harm. 8'
Prestant 4'
Flûte 4'
Quinte 3'
Octavin 2'
Plein Jeu III - V
Cornet II - V
Bombarde 16'
Trompette 8'
Musette 8'
Clairon 4'
Acc POS - GO
Acc REC - GO
Acc Octave grave POS - GO
Appel GO
Positif expressif
Bourdon 16'
Diapason 8'
Viola 8'
Holflûte 8'
Unda Maris 8'
Bourdon 8'
Traversière 8'
Flûte octaviante 4'
Nazard 2 2/3'
Octavin 2'
Tierce 1 3/5'
Basson 16'
Trompette 8'
Clarinette 8'
Acc REC - POS
Appel POS
Récit expressif
Bourdon 16'
Gemshorn 8'
Gambe 8'
Voix céleste 8'
Flûte douce 8'
Echo Flûte 4'
Violine 4'
Piccolo 2'
Piccolo 1'
Plein Jeu III
Trompette douce 8'
Basson-Hautbois 8'
Voix humaine 8'
Acc Octave grave REC
Appel REC
Tremolo
Pédale
Flûte ouverte 32'
Contrebasse 16'
Soubasse 16'
Violon 16'
Flûte 8'
Basse 8'
Violon 8'
Flûte 4'
Contretuba 32'
Bombardon 16'
Tubasson 8'
Clairon 4'
Tirasse GO - PED
Tirasse POS - PED
Tirasse REC - PED
Appel PED
Forte général
Effet d'orage